10. Moskauer Sicherheitskonferenz

Am 16. und 17.08.2022 fand in Moskau eine Konferenz zu internationalen Sicherheitsfragen statt. Eingeladen zur Moskauer Sicherheitskonferenz waren die Vertreter von über 90 Nationen.

Anders als die Münchner Sicherheitskonferenz, die eine Veranstaltung der NATO ist, die dort mehr oder weniger erklärt, was sie mit dem Rest der Welt zu tun gedenkt, ist die Moskauer keinem Militärbündnis zugeordnet. Ganz im Gegensatz zu dem, was in den westlichen Medien behauptet wird, ist die russische Außenpolitik ungewöhnlich transparent. Jeder wichtige Schritt wird zuvor in Reden angekündigt und begründet. Wenn man die wichtigsten Reden des russischen Präsidenten liest, kann man die ganze Entwicklung der letzten zwanzig Jahre nachverfolgen, und findet eine Klarheit und Kontinuität, nach der man in dem wolkigen Geschwafel westlicher Wertereden meist vergeblich sucht.
Nun gab es bei der Eröffnung der 10. Moskauer Sicherheitskonferenz gleich zwei wichtige Reden, eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und eine vom russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Beide Reden sind als Paket zu betrachten, da sie vor dem gleichen Publikum gehalten wurden und sie in ihren inhaltlichen Aussagen sich gegenseitig ergänzten. Wenn man die Themenliste der Moskauer Sicherheitskonferenz betrachtet, sieht man, dass drei Regionen behandelt wurden: der asiatisch-pazifische Raum, Lateinamerika sowie Afrika und der Nahe Osten. Allerdings waren das keine Gespräche über diese Regionen, sondern mit ihnen, denn aus allen dieser genannten waren zahlreiche Länder vertreten.
Putins Rede enthielt ein Angebot. „Den Schutz unserer Verbündeten sicherstellen“, das übersetzt sich für die Vertreter des globalen Südens in „wir stehen an eurer Seite, wenn ihr euch widersetzen wollt.“(siehe Syrien) Schoigus Aufgabe bestand wohl darin, das Vertrauen in dieses Angebot zu stärken. Und er begann in seiner Rede mit einer deutlichen Ansage. „Die bedingungslose Dominanz der USA und ihrer Alliierten ist Vergangenheit. Am 24. Februar markierte der Beginn des speziellen Militäreinsatzes in der Ukraine das Ende der unipolaren Welt.“ Es wurde herausgestellt, dass es eine Auseinandersetzung um die Zukunft der Welt ist; dass die Ordnung, in der eine Handvoll Länder den Rest der Menschheit unterwerfen, enden wird und enden muss. Da fällt mir ein, das Russland zweimal am Schlaf der Welt rüttelte. Einmal 1917 mit der Oktober-revolution und ein zweites Mal mit dem Beginn der militärischen Sonder-operation in der Ukraine.
Die Moskauer Sicherheitskonferenz und die dort gehaltenen Reden von Putin und Schoigu werden in den Schaltzentralen des Westens noch für Alpträume sorgen. Denn die entscheidende Botschaft ist kurz und einfach: Die Macht des Westens ist gebrochen; reicht uns die Hand, wir helfen euch auf dem Weg in die Freiheit.
(Quelle „kremlin.ru“ / RT-deutsch)

Berlin, 25. August 2022 Lothar Schlüter

Rede Putins zur Konferenz